• Stef Liehr

Umkehren

“Alle Leute, die einen Beitrag zum öffentlichen Leben leisten, die versuchen, die Gesellschaft zu bessern, das sind Helden. ” Woody Allen

Wie fast jeder Mensch habe auch ich meine Helden. 

Und in meinen Augen sind das Menschen wie Jesper Juul, Maria Montessori, Alfred Adler, Rudolf Dreikurs, Gerald Hüther und bestimmt noch viele andere von denen ich bisher noch nichts gelesen und gehört habe.

Alle haben sie für mich eines gemeinsam: Sie wollen die Welt verändern und fangen bei den Kindern an.

Vor 5 Jahren fand ich meinen Weg in die Individual-Psychologie* nach Alfred Adler. Diese Jahre haben mich verändert und ich stimme mit Jesper Juul überein der sagte: “Nur Eltern, die ihr eigenes Verhalten reflektieren, können es anders machen, als ihre Eltern.”

Hand aufs Herz. Wie oft können unsere Kinder tatsächlich was dafür, wenn wir sie anschreien oder uns mal die “Hand ausrutscht”? Meine persönliche Erfahrung: 98% der Fälle, bin ich gestresst, genervt, reagiere aus Angst oder Überforderung. Was können meine Kinder dafür, wenn ich schlecht für mich selber sorge?

In meiner Ausbildung zum IP*-Berater habe ich gelernt meine Kinder als gleichwertiges Gegenüber zu sehen. Gleichwertig, heißt ich begegne ihnen mit Respekt, auf Augenhöhe, nehme ihre Gefühle ernst und versuche hinter dem Verhalten ihre Ziele zu entdecken.

Das gelingt nicht immer. Ich arbeite daran für mich selbst zu sorgen. Wie schon Jesus sagte:

Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst.

Zum Abschluss ein kleines siegreiches Alltagsbeispiel.

Ich hatte an diesem Morgen für mich gesorgt. Habe getan was mir gut tut und mich Auftanken lässt. Mittags beim Abholen der Kinder aus dem Waldkindergarten war ich entspannt. Ich verratschte mich mit einer Mama, als ich schon von weitem das Gebrüll und Geheule meiner zwei Mädels am Auto hörte.

An Stresstagen reagiere ich so: ” Sagt mal geht’s noch? Habt ihr sie noch alle!

Der Streitpunkt war wer denn vorne neben Mama sitzen darf. Ich kniete mich runter (Augenhöhe, ganzheitlich) und ließ mir einzeln von den aufgebrachten, verheulten Kindern erklären was ihr Problem ist. Ich fragte Lani dann: “Was erreichst du, wenn du vorne sitzt?”(Ziel hinter dem Verhalten) “Dann bin ich neben dir und kann dir ganz nah sein.” , “Zoe, was erreichst du, wenn du vorne sitzt?” , ” Dann kann ich deine Hand halten, während der Autofahrt” “Ok, ihr braucht also beide meine Nähe gerade? War der Vormittag anstrengend?” ,”Jaaa…” ,”Ok, wer jetzt darauf verzichtet vorne zu sitzen, für den nehme ich mir daheim gleich noch Zeit zum Kuscheln.”

Wir fanden eine Lösung und ich war mega glücklich und stolz auf mich.

Die Gefühle ernst zu nehmen und zu fragen, wozu macht mein Kind das gerade ist einer der Schlüssel zur Umkehr.

Denk mal an eine Erinnerung aus deiner frühen Kindheit (-7 Jahre). Wie war die Situation? Was war dein Verhalten? Was könnte dein Ziel gewesen sein?

Ich habe gemerkt, dass ich mir oft gewünscht hätte, das meine Eltern mich ernst nehmen und das gerade ich da in meiner eigenen Kindererziehung scheitere.

Ich bin auf dem Weg und kehre um. Kommst du mit?

 

0176-20209204

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