• Stef Liehr

Tag 37

Ich habe ein Problem.

Ich bin süchtig.

Ich nehme mir immer wieder vor höchstens 3 Stück zu nehmen und am Ende ist der ganze Beutel wieder zum Platzen voll.


Kaum zu Hause verschlinge ich sie.

Zugegeben nicht alle machen mich glücklich, aber die meisten bringen mich zu einem neuen Höhenflug.


So wie der 5 Uhr Club.


Ich rede natürlich über Bücher. Was dachtest du denn? 😂


Ich bin süchtig nach Büchern!

Ich liebe es in der Stadtbibliothek zu stöbern, der Geruch, die Haptik, egal ob neu oder alt. Ich muss sie alle lesen. Zumindest fast alle.

Opfer haben große Fernseher. Weltveränderer große Bibliotheken.

Immer wieder stoße ich auf Berühmtheiten - ich liebe Biographien, aktuell lese ich Nelson Mandela - und immer haben diese Berühmtheiten viel gelesen.


Zufall? 🤷🏻‍♀️

Ich glaube nicht an Zufälle.

Vor allem kommt immer das richtige Buch, zur richtigen Zeit in mein Leben.


Vor 20 Jahren habe ich das Buch: Der Alchimist von Paulo Coelho gelesen.

Damals hat es mein Leben verändert und ich fand den Mut in den Flieger nach Australien zu steigen.

Die letzten Wochen hatte ich immer wieder den Impuls es noch mal zu lesen.

Ich muss dazu sagen, ich lese keine Bücher zwei Mal.

Ist für mich pure Zeitverschwendung… da gibt es doch noch so viele Ungelesene! 😄


Aber wie gesagt, es lies mich nicht los.


In dem Buch geht es um Santiago, ein andalusischer Schafhirte, der einen wiederkehrenden Traum hat: Am Fuß der Pyramiden liege ein Schatz für ihn bereit.

Soll er das Vertraute für möglichen Reichtum aufgeben?

Santiago ist mutig genug, seinem Traum zu folgen. Er verkauft seine Schafe und begibt sich auf eine abenteuerliche Reise.


Ich las das Buch wie zum ersten Mal. Immer wieder hatte ich Tränen in den Augen, eine Sehnsucht im Herzen und unbeschreiblichen Frieden.


Es hat tatsächlich noch mal etwas in mir berührt. Gerade in der Phase meines Lebens, wo ich anfange in meiner Berufung zu leben.


Als Santiago am Brunnen sitzt und herausgefordert wird sich auf die Suche nach seinem Schatz zu machen, beobachtet er einen Obstverkäufer.

Dieser Obstverkäufer wollte als kleiner Junge auch immer reisen. Aber er zog es vor, einen kleinen Obstwagen zu kaufen, um einige Jahre Geld zu verdienen und zu sparen.

(Der Alchimist. Seite 39)

Ihr ahnt es. Der Obstverkäufer hat seinen Traum nicht gelebt. Er steckte irgendwann fest und schob eine Ausrede nach der anderen vor.


Letztes Wochenende sagte ich zu Tom (der das Buch auch gerade liest): Ich will kein Obstverkäufer sein!!! Ich will nicht stecken bleiben in diesem Leben. Ich will mit dir wieder aufbrechen. Mit den Kindern. Ich will reisen, unterwegs sein, die Welt weiterentdecken.


Er nickte stumm. (Wir waren gerade in der Autowaschanlage 🚗💦

Dann schaute er mich an und meinte: Du wirst nie ein Obstverkäufer sein. Ich schon. Deswegen habe ich dich geheiratet.

Wir werden wieder aufbrechen.


Mir fielen tausend Steine vom Herzen.

Oft haben wir Sehnsüchte oder Träume schon sehr früh in unserem Leben.

Und wir vergessen sie, je älter wir werden. Dann kommt Vernunft und Sicherheit dazu und sie werden immer leiser in uns.


Was hast du schon als Kind geträumt? Hast du den Mut mal hinzuhören? In der Kindheit zu graben?


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