• Stef Liehr

Tag 11

Das Kreuz mit dem Kreuz


Als wir in Galeria, Korsika, Urlaub gemacht haben, blickte ich immer wieder hoch zu den Berggipfeln, die um uns herum hochragten.

Auf manch einem war ein Gipfelkreuz zu sehen.


Wieso hat man sich eigentlich ein Kreuz ausgesucht?


Ich dachte darüber nach.


Da steht man am Fuße dieses Berges mit dem Ziel den Gipfel zu erreichen.

Der Weg ist mal leicht, mal schwer, mal steinig, mal sandig, zwischendurch gibt es vielleicht sogar eine Wiese zum Ausruhen oder einen kleinen Bergsee.



Dort kann man es sich auch bequem machen.

Es gibt vielleicht eine kleine Hütte mit leckerem Essen, einem Bett im Stroh.


Wozu noch weitergehen bis zum Gipfel?! Man hat ja schon was geleistet. Außerdem ist die Aussicht hier auch schon schön und ich hab alles was ich brauch…


Geht’s uns manchmal im Leben nicht ähnlich?


Wir nehmen uns ein Ziel vor, aber der Weg dahin ist gar nicht so einfach.

Es ist anstrengend und oftmals geben wir kurz vorm Ziel auf…

...aus Bequemlichkeit.


Wer will sich schon anstrengen? Wer will denn wirklich leiden?!


Ich hab mal gehört, dass die russischen Künstler (egal ob Ballett, Musik o.ä.) uns Europäern deswegen so überlegen sind, weil sie noch bereit sind zu leiden.

Die Genies und Helden der Zeit haben alle ein anstrengendes Leben geführt.

Sie waren ehrgeizig, rastlos und fest entschlossen ihr Ziel zu erreichen.

(Und ich dachte immer, es hat einfach das Glück an ihre Tür geklopft 😅)


Sie waren LEIDENschaftlich!


Sie haben gelitten für ihre Visionen, für ihre Ziele…

Sie sind bis zum Gipfelkreuz gegangen.


Und für mich der Grund, warum ein Kreuz dort oben steht, ist genau diese Bedeutung.

Das erreichen unserer Ziele und Visionen ist mit Leiden verbunden, aber es macht uns auch frei und schenkt uns endlose Freude und Herrlichkeit.


Ich hab's nicht so mit Bergen und Wanderungen zu Gipfeln. Aber ich hab's des öfteren getan und der Moment, wenn man da oben auf dem Gipfel steht ist einfach unbeschreiblich. Ein Suchtfaktor.


Kennst du dieses berauschende Gefühl?


Die Ziele, die ich mir für die nächsten 3 Monate gesetzt habe sind nicht ohne und fühlen sich wie der G20 Fernwanderweg an.


ABER ich möchte sie erreichen!.


Ich weiß auch, dass die Gefahr groß ist, kurz vorher aufzugeben. Mich mit dem Mittelmaß der Alm zufrieden zu geben und mich selber zu besänftigen.

Schließlich bin ich schon lang genug mit mir unterwegs. 😂


Aber diesmal nicht mit mir.


🥴Ich will leiden.


Ich will zum Ziel, auch wenn die Muskel brennen und zittern. 🥵


Für die Herrlichkeit, für die Freiheit und letztlich für mich.


Ach so, ja ich bin aufgestanden. Um 4:40 Uhr. Gestern war Elternabend und ich war kurz davor, das als guten Grund für länger schlafen zu nehmen.😋



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