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  • Stef Liehr

Mein größter Wunsch

Immer wieder, wenn ich Eltern beobachte oder mich mit anderen Mamas austausche, brennt mein Herz. Mein Herz brennt mit Leidenschaft für Kinder. Mein größter Wunsch ist, das wir Eltern anfangen unsere Kinder wirklich zu verstehen. Wirklich wahrzunehmen, wirklich ernst zu nehmen, als vollWERTigen Menschen zu sehen.

Meine Ausbildung hat mir hier unglaublich geholfen. Die Individual-Psycholgie geht davon aus, das jeder Mensch bzw. jedes menschliche Verhalten zielgerichtet ist. Es gibt immer ein Motiv hinter dem Motiv sozusagen und kommt man an die Wurzel, ist man oft schockiert. Ich bin das zumindest immer wieder, wenn ich mit meiner eigenen Schlechtigkeit konfrontiert werde. Da sehen die ach so guten Absichten, dann mal schnell ganz schön finster und gammlig aus.

Ich geb euch ein Beispiel. Wer mich kennt, weiß ich bin dabei eine Montessori Schule in Bogen zu gründen. Oberste Absicht: Ich will das viele Kinder in den Genuss dieser unglaublich wertschätzenden, ermutigenden und stärkeorientierten  Pädagogik kommen. Ich will das unsere Region damit bereichert wird und auch Kinder die sonst in eine Förderschule müssten, eine Alternative haben. (Montessori ist aber natürlich eine Schule für ALLE Kinder!) Wozu? Was erreich ich damit? Als ich diese Frage mit meinen Antworten immer wieder weiter runterbrach, stand am Ende auf dem Zettel:

Damit ich meinem Papa beweisen kann, dass ich sehr wohl etwas in der Welt verändern kann…

Ich war schockiert. Alter Schmerz war also der Grundmotor für all die Energie, die ich in diese Gründung stecke. Jetzt hat es natürlich immer zwei Seiten einer Medaille. Dieser Schmerz setzte unglaublich Energie frei, aber was wenn mein Papa dennoch nicht stolz auf mich ist? Mir keine Anerkennung gibt? Schmeiß ich dann hin? Leider passiert das auch. Mit jedem Sieg den ich feiere, kommt von ihm kein Wort der Ermutigung, kein Wort der Anerkennung, kein Stolz, keine Freude. Nur die immer wiederkehrenden Worte: Du bist eine Träumerin. Die Welt wartet nicht auf dich. Du kämpfst gegen Windmühlen.

Durch das bewußt werden meiner tiefsten Motivation, bin ich immer noch dran. Ich kämpfe immer noch für diese Schule. Ich hab den Schmerz losgelassen. Habe aufgehört auf die Anerkennung und die Ermutigung meines Vaters zu warten. Ich kann ihn nicht ändern. Aber ich kann mich ändern. Ich bin kein kleines Kind mehr. Ich bin eine Frau geworden. Ich gebe mir selbst die Anerkennung die ich brauche. Ich hole mir Ermutigung in dem ich jeden Tag die Freude meiner Tochter beim Lernen erlebe (sie geht nach Sünching in die Montessori Schule) und ich spüre oft die Freude von meinem Vater im Himmel über meinen Wunsch die Welt zu verändern.

Warum schreibe ich das jetzt alles? Und was hat das mit meinem größten Wunsch zu tun? Ich habe einfach sehr oft als Kind Entmutigung erfahren. Ich wurde nicht ernst genommen, sondern als dummes, naives Kind hingestellt, die keine Ahnung von der Welt hat. Was würde passieren, wenn wir unsere Kinder ermutigen würden?

Kennt ihr Plant for the Planet? Die Schülerinitiative Plant-for-the-Planet wird 2007 vom 9-jährigen Felix Finkbeiner gegründet. Lest seine Geschichte. Ich bin mir sicher er hat ermutigende Eltern, die seine Idee unterstützt haben.

Ermutigt eure Kinder! Unterstützt Sie! Sie sind unsere Zukunft…

Wie sagte Maria Montessori: Helft dem Kind, es selbst zu tun!

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