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  • Stef Liehr

Ermutigung ≠ Lob

Oft werde ich gefragt, ob zu viel Ermutigung dem Kind nicht schadet. Wenn ich dann nachfrage, wie sie denn ermutigen, stelle ich fest das wir ein falsches Verständnis von Ermutigung haben. Ermutigung ≠ Lob.

Der Duden definiert Lob so:

anerkennend geäußerte, positive Beurteilung, die jemand einem anderen, seinem Tun, Verhalten o. Ä. zuteilwerden lässt

im Gegenzug dazu, Ermutigung:

jemandem [zu etwas] den Antrieb geben; in positiver Weise in seinen Absichten bestärken

Ich finde hier wird der Unterschied schon deutlich.

Wenn ich ein Kind lobe für seine tolle Zeichnung, dann beurteile ich sein Tun, seine Leistung.

Jeder von uns hat das vielleicht schon mal so oder so ähnlich erlebt: Kind kommt vom Kindergarten nach Hause und sagt: Die Anna hat sich über mein Bild heute lustig gemacht und hat gesagt ich kann nicht zeichnen. Als Löwin verteidigen wir unser Kind und sagen das das nicht so ist und sie ein schönes Bild gemalt hat.

Wenn ich ein Kind ermutige, dass es sehr kreativ ist und ein gutes Gefühl für Farben hat, gebe ich ihm Antrieb. Dann ist es egal, ob jemand das Bild als schön oder hässlich beurteilt, denn es ist ermutigt und weiß ich bin kreativ und das unabhängig von der Meinung anderer.

Wir hatten dieses Drama oft im Haus, bis ich von diesem Unterschied hörte. Dann habe ich meine Antworten abgeändert. Ich habe angefangen ihre Eigenschaften zu ermutigen. Mit Erfolg. Beim nächsten “blöden” Kommentar der Freundin, habe ich gefragt: und was denkst du über dein Bild? “Ich finde es sehr schön, Mama.” “Na und das ist doch die Hauptsache! Du bist kreativ und hast ein gutes Gespür für Farben. Es wird immer Menschen geben, die gut oder schlecht finden was du tust. Wichtig ist, das du mit dir zufrieden bist und weißt was du kannst.” Danach war der Wettkampf, wer schöner malen kann beendet und auch untereinander habe unsere Kinder diesen Wettstreit aufgegeben.

Ermutigung ist etwas das wir lernen müssen. Wir sind von einer Gesellschaft umgeben, die Lob und Wertschätzung für Leistung verteilt. Unsere Eltern haben es sicherlich schon besser gemacht als die Generation davor, die mit dem Motto durchs Leben ging: “ned g’schimpft, is g’lobt g’nua!” Jetzt heißt es Lob in die richtige Bahn zu lenken.

Achte doch heute einfach mal auf die Stärken deines Kindes und ermutige/ beSTÄRKE es darin. Du wirst den Unterschied über kurz oder lang spüren. Denn ein ermutigtes Kind ist kooperativ, selbstbewusst und ausgeglichen. Eins ist es aber nicht: leicht anzuwenden. Also nur MUT, es bedeutet erst mal anstrengendes Training für uns, aber die Früchte sind es wert!

Ein sehr guter Vlog…von Herzriese!


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