• Stef Liehr

Ein Löffelchen voll Zucker

Vor einiger Zeit konnte ich nicht essen, ohne dabei Schmerzen zu haben. Egal was, egal wie viel, es hat sich angefühlt als hätte ich mir den Bauch mit Unmengen vollgestopft.

Nach ein paar Wochen eigenen Reflektierens und Ausprobierens ging ich zum Osteopathen meines Vertrauens. Mal ganz ehrlich so ein Osteopath, wenn er denn sein Handwerk versteht, ist schon ein Mysterium. Er drückt ein paar Mal dorthin und hierhin und sagt dir dann deine Lebensprobleme :-)


Meins war eine Vergiftung. Das Zusammenspiel zwischen Leber, Niere und Galle hat irgendwie nicht mehr funktioniert. Ein paar schmerzhafte Handgriffe später, konnte ich wieder frei durchatmen und meine Beschwerden sind seither wie weggeblasen.

Natürlich stellt sich mir bei sowas immer die Frage, was kann ich tun, damit das nicht mehr passiert. Dank Dr. Google habe ich verstanden, dass wir in unserem Leben viel zu viel Zucker zu uns nehmen und dafür so gut wie alle Bitterstoffe aus unserer Ernährung verbannt haben. Klar, bitter schmeckt nicht und ist doch oft früher die beste Medizin gewesen. Schon Mary Poppins sang: Ein Löffelchen voll Zucker und das Bittere wird süß...

Leider braucht unser Körper aber das Bittere. Er hat es sogar bitter nötig. Die Bitterstoffe helfen ihm nämlich die Giftstoffe loszuwerden. Gelernt. Umgesetzt.

Ich hab mir Bitterstoffe auf die Ernährungsliste gepackt.


Aber wie steht es eigentlich mit meiner Seele. Braucht die auch Bitterstoffe?

Rein menschlich gesehen, wollen wir doch alle ein Leben in Fülle, in Erfüllung, in Glück und Harmonie, am besten keine Konflikte, Tiefen oder Rückschläge. Ein süßes Leben sozusagen.

Aber ist es das? Ich selber bin nicht in einem gläubigen Elternhaus groß geworden. Katholisch ja, aber Beziehung zu einem lebendigen Gott, wurde mir nicht vorgelebt. So habe ich viele bittere Pillen in meinem Leben geschluckt. Ich hab alles mitgenommen was so ging und bin oft knapp am Tod vorbeigeschlittert. Als ich dann an einer christlichen Missionsschule gelandet bin, hatte ich die Teens immer bewundert, die so ganz anders aufgewachsen konnten als ich. Was hätte ich aus meinem Leben alles machen können, hätte ich diese Umwege nicht gehen müssen, dachte ich oft.


Bis eines Tages ein Mädchen auf mich zu kam und sagte: Weißt du, ich habe mein ganzes Leben glauben müssen, dass Schokolade süß ist. Du weißt es.

Was sie mir damit sagen wollte? Ich kannte die böse Seite, ich kannte den Teufel und seine Machenschaften und ich wusste warum das Leben mit Jesus so viel besser ist. Ich ging vom Tod zum Leben. Ich kannte das bittere Leben. Deswegen folge ich heute Jesus vielleicht mit einer anderen Leidenschaft, als manch einer der behütet im Glauben aufgewachsen ist und das Bittere nie geschmeckt hat.


Was ich euch mitgeben will ist: Umarmt das Bittere in eurem Leben. Ich selber stecke gerade in vielen unangenehmen Herausforderungen und würde denen am liebsten aus dem Weg gehen. Aber so wie unser Körper das Bittere braucht, braucht unsere Seele es auch. Es entgiftet uns. Es bringt in der Regel unsere schlechtesten Seiten zum Vorschein. Unseren Unglauben, unsere Selbstzweifel, unsere Lebenslügen...

Aber danach sind wir ein ganzes Stück gewachsen, gereinigt von Innen und können wieder frei durchatmen.

Und manchmal tut es gut sich Hilfe von einer Person seines Vertrauens zu holen...


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